Von: Veröffentlicht am: 1. Oktober 2026
Blick von hinten in einen Raum voller Menschen, die in Reihen sitzen und einem Vortrag lauschen

Oberstufentag in Loheland

Oberstufentag in Loheland

Was brauchen Jugendliche eigentlich, um gut zu lernen? Und bedeutet mehr Unterrichtszeit automatisch auch mehr Lernen?

Mit diesen Fragen begann der Oberstufentag der hessischen Waldorfschulen im Seminarhaus Wiesenhaus in Loheland. Rund 70 Lehrer:innen und pädagogisch Verantwortliche kamen zusammen, um über Lernen, Schulentwicklung und neue Wege in Mittel- und Oberstufe ins Gespräch zu kommen.

Den fachlichen Auftakt gestaltete Dr. Petra A. Arndt vom ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm.

In ihrem Impulsvortrag nahm sie das Lernen Jugendlicher aus neurowissenschaftlicher und pädagogischer Perspektive in den Blick. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel Zeit Lernen braucht, sondern vor allem darum, unter welchen Bedingungen Lernen überhaupt gut gelingen kann – eine Frage, die weit über die Waldorfpädagogik hinausreicht.

Im Anschluss stellte Cindy Roth, Schulleiterin der Rudolf-Steiner-Schule Loheland, das neue Mittelstufenkonzept der Schule vor. In den Jahrgangsstufen 9 und 10 wurden Teile des klassischen Epochenunterrichts durch Profilfächer weiterentwickelt. Als integrierte Gesamtschule arbeiten die Schüler:innen nun in den Profilbereichen Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Kunst.

Wie verändert sich Unterricht dadurch? Was gewinnen Schüler:innen, wenn Inhalte stärker miteinander verbunden werden? Und welche neuen Herausforderungen entstehen dabei?

In Fragerunden und im kollegialen Austausch wurde das Konzept intensiv diskutiert und mit Erfahrungen aus anderen Schulen verbunden.

Auch der Lernort selbst war Teil des Tages: Bei einem Besuch konnten die Gäste das neue Giebelhaus kennenlernen, das als Oberstufenhaus Raum für eine Lernatmosphäre schaffen soll, die den Bedürfnissen älterer Schüler:innen gerecht wird.

Und natürlich gehörte auch die Mittagspause zum Loheland-Erlebnis: Auf den Tisch kam, was hier vor Ort wächst und entsteht – Gemüse aus den eigenen Gärten ebenso wie Currywurst vom Loheland-Rind in Demeter-Qualität.

So wurde aus dem Oberstufentag nicht nur ein Tag mit fachlichem Input, sondern vor allem ein Raum für Austausch: über Lernen, über Schulentwicklung und darüber, wie Schule sich verändern kann, wenn wir beginnen, Lernen nicht nur in Stundenplänen, sondern aus der Perspektive der Jugendlichen zu denken.

Ausrichter des Oberstufentages war die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Hessen. Die Koordination lag bei Prof. Dr. Dirk Rohde. Gastgeberin war die Loheland-Stiftung mit dem Seminarhaus Wiesenhaus und der Rudolf-Steiner-Schule Loheland.